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  • Die Blutegeltherapie

    Wann ist eine Blutegeltherapie angezeigt?

    – Rheumatische Erkrankungen
    – Akute und chronische Gelenkschmerzen (z.B. Kniegelenks-, Daumensattelgelenksarthrose)
    – Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen (z.B. Tennisellenbogen, Golferarm)
    – Krampfadern (Varikosis), Unterschenkelgeschwüre
    – Mittelohrentzündung, Tinnitus (Klingeln der Ohren)
    – Thrombosen (Blutgerinnsel)
    – unterstützend bei Hypertonie (Bluthochdruck)
    – Arthrose (Gelenkverschleiß),
    – Arthritis (Gelenkentzündung), Ulcus Cruris (offenes Bein)
    – Durchblutungsstörungen nach Haut- und Gewebetransplantation
    - Baker Zyste

    Irmgard Schenker – Blutegelbehandlung

    Die medizinische Verwendung von Blutegeln hat eine faszinierende und lange Tradition. Bereits 500 v. Chr. wurde sie angewandt.

    Mit ihrem Speichel fördern Blutegel einen wunderbaren Wirkstoffcocktail, der in geradezu genialer Weise
    in die komplizierte Gerinnungskaskade des Blutes eingreift. Er löst Thrombosen auf, fördert Durchblutung
    und Lymphfluss und weist entzündungshemmende, sowie schmerzreduzierende Wirkung auf. Toxine und Stoffwechselschlacken werden beim anschließenden sanften Nachbluten ausgeleitet.

    Auf Grund der mehrere Stunden andauernden Nachblutung entspricht die Wirkung auch der eines sehr sanften und langsamen Aderlasses.

    Der gewünschte Effekt tritt oft unmittelbar nach der Behandlung ein und hält häufig monatelang.

    Wie muss man sich eine Blutegeltherapie vorstellen?

    Die Behandlung dauert meistens zwischen 60 und 90 Minuten. Oftmals ist eine einzige Sitzung ausreichend oder wird in längeren Abständen wiederholt.
    Die Blutegel, je nach Ort und Indikation ca. 3 Stück, werden an der entsprechenden Stelle angesetzt. Hier saugen sie sich fest indem sie vorsichtig (und schmerzfrei) mit den Kalkzähnen die Haut ansägen. Während des Saugvorgangs empfindet man ein Kitzeln oder Ziehen. Nachdem die Blutegel von der Saugstelle abgelassen haben, blutet die Stelle mehrere Stunden nach.

    Welche Wirkstoffe geben die Blutegel ab?

    – Hirudin wird als eigenständiges Arzneimittel zur Blutgerinnung eingesetzt (Hirudin hemmt die Blutgerinnung und wird u.a. zur Behandlung des Herzinfarkts eingesetzt; der Name ist abgeleitet von Hirudo medicinalis = medizinischer Blutegel)
    – Hyaluronidase (bereitet den Weg für die heilenden Substanzen durch Gewebe-Auflockerung vor)
    – Egline (wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd)
    – Calin (reinigt die Wunde durch das ca. 12 Stunden dauernde Nachbluten, dies entspricht einem sanften Aderlass)